Beim South-Western European Regional Contest in Paris im November 2003 belegten die Teams der Universität Ulm die Plätze eins und fünf. Damit haben wir uns für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Ulmer Delegation bestand aus
Jürgen Werner, Informatik Manfred Sauter, Mathematik Adrian Kügel, Informatik Frank Raiser, Informatik Robin Nittka, Mathematik Simon Gog, Informatik Walter Guttmann, Informatik
Vertreter des Veranstalters, nämlich der Association for Computing Machinery (ACM), heißen die Teams willkommen. Alle 73 qualifizierten Teams durften dieses Jahr in das Land einreisen und können an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Bei den üblichen Registrierungsformalitäten bekommen wir Namensschildchen und T-Shirts, die wir während des Wettbewerbs tragen müssen. Anschließend nehmen wir an einem Empfang mit Abendessen im gegenüberliegenden Hotel teil. Wie im vorhergehenden Jahr ist die Präsidentin von ACM, Maria Klawe, anwesend und setzt sich für die Veranstaltung ein.
Auch dieses Jahr ist der Sponsor wieder IBM. Jeden Tag abends ist das von IBM eingerichtete CyberCafe Treffpunkt für die Teilnehmer aus aller Welt, die dort neben einem Zugang zum Internet auch mehrere Stände von IBM finden, an denen sie sich über ihre Produkte und andere Angebote informieren können. Das überdimensionierte Schachspiel ist wieder sehr beliebt.
Am Nachmittag findet eine organisierte Besichtigung der Prager Burg statt. Bei ausgezeichnetem Wetter erkunden wir das riesige Gelände, auf dem sich unter anderem der Sitz des Präsidenten der Republik, die St.-Veits-Kathedrale und Franz Kafkas ehemaliges Wohnhaus befinden.
Sodann geht es zur Practice Session: Alle Teams dürfen die Computer, an denen am nächsten Tag der Wettbewerb stattfinden wird, ausprobieren. Erneut wird das uns bestens bekannte Linux für die Durchführung der Weltmeisterschaft verwendet. Fragen, die das System betreffen, müssen jetzt gestellt werden, sonst bleiben sie möglicherweise unbeantwortet.
Beim Business-Meeting von Upsilon-Pi-Epsilon (UPE), einer amerikanischen Ehrengesellschaft für Informatik, die den Programmierwettbewerb seit Anbeginn unterstützt, trifft man erfahrene Informatiker.
Die Java Challenge ist seit zwei Jahren ein Erfolg für IBM. Diesmal geht es um die Implementierung einer Strategie für Regenten einer mittelalterlichen Umgebung mit Burgen, Rittern und Bauern. Die Teilnehmer sind erneut begeistert; selbst Ersatzleute, Trainer und andere Begleitpersonen bilden Teams, so daß kein Rechner ungenutzt bleibt. Das direkte Antreten der Programme in einer phantasievollen Echtzeitumgebung gegeneinander hat seinen Reiz und bringt für IBM wieder einen vollen Erfolg. Das Turnier ist für den Abend vorgesehen.
Zwischenzeitlich erlaubt es die Practice Session 2 den Teams, sich zwangslos mit den Rechnern zu beschäftigen. Unser Team nutzt die Zeit, sich an die Tastatur zu gewöhnen.
Die Austragung des Turniers findet anschließend beim Abendessen statt. Von anfänglich 67 Teams qualifizieren wir uns für die Zwischenrunde mit 36 Teams und dann auch für die Endrunde mit 18 Teams. Letztendlich belegen wir den siebten Platz. Die automatische Bewertung der implementierten Strategien ist jedoch teilweise schlecht durchdacht, weshalb das Endergebnis unerwartet ist.
Wenige Stunden später folgt die Siegerehrung. Bis zur Verkündung des zweitplazierten bleibt es spannend, wer gewonnen hat. Tatsächlich hat das Team des St.-Petersburger "Institute of Fine Mechanics and Optics" sieben Aufgaben bewältigt und ist damit Weltmeister geworden. Das Team der Universität Ulm belegt bei seiner neunten Teilnahme an der Weltmeisterschaft den 27. Platz. Die Top-Ten setzt sich wie folgt zusammen:
| Rang | Team | Aufgaben | Akkumulierte Zeit [min] |
| 1 | St Petersburg Institute of Fine Mechanics and Optics | 7 | 1204 |
| 2 | KTH - Royal Institute of Technology | 6 | 1118 |
| 3 | Belarusian State University | 6 | 1157 |
| 4 | Perm State University | 6 | 1255 |
| 5 | Massachusetts Institute of Technology | 6 | 1312 |
| 6 | National Taiwan University | 5 | 773 |
| 7 | California Institute of Technology | 5 | 818 |
| 8 | Izhevsk State Technical University | 5 | 930 |
| 9 | Harvard University | 5 | 937 |
| 10 | Warsaw University | 5 | 938 |
Weitere 63 Universitäten folgen. Erneut belegen europäische Teams die ersten vier Plätze. Bei der abschließenden Feier können sich die Teams sportlich betätigen.
Austragungsort nächstes Jahr ist Shanghai. Zum vierten Mal in ihrer Geschichte findet damit die Weltmeisterschaft außerhalb der USA statt. Natürlich müssen wir uns erst wieder qualifizieren: Beim nächsten South-Western European Regional Contest in Paris.