25. ACM Programmierweltmeisterschaft
Vancouver/Kanada, 07.-11.03.2001

Beim Mid-Central European Regional Contest in Freiburg im November letzten Jahres belegten die drei Teams der Universität Ulm die Plätze eins, zwei und sieben. Damit haben wir uns für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Ulmer Delegation bestand aus

Walter Guttmann, Informatik Axel Blumenstock, Reserve, Informatik
Alexander Neubeck, Informatik Bertram Wirth, Reserve, Informatik
Christian Ehrhardt, Mathematik Axel Gandy, Reserve, Wirtschaftsmathematik
Marc Meister, Coach, Mathematik

06.03.2001

Leider war der Flug am Mittwoch schon verhältnismäßig ausgebucht, sodaß drei der sieben Teilnehmer einen Tag früher anreisen durften. Mit dem Zug von Ulm nach Frankfurt und anschließend Direktflug nach Vancouver. Die Ankunftzeit war nicht wesentlich später als die Abflugzeit, nur waren neun Stunden Zeitunterschied dazwischen. D.h. nach einer kurzen Orientierung in der Stadt fielen wir müde ins Bett des Westin Bayshore Hotels. Für den nächsten Tag war schönes Wetter angesagt.

07.03.2001

Die restlichen vier Teilnehmer machen sich auf die Reise und die gleiche Erfahrung: die Sitzplätze im Flugzeug werden Dank der Kooperation von Lufthansa und Air Canada ziemlich willkürlich verteilt. Die drei schon Anwesenden Nutzen die Zeit und besichtigen einige der naturgegebenen Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie zum Beispiel den Grouse Mountain - oben liegt doch tatsächlich Schnee.

Am Nachmittag trifft man sich im Hotel, das gleichzeitig auch Austragungsort des Wettbewerbs und des Rahmenprogramms ist. Wir können die ursprünglich für acht Uhr geplante Registrierung vorverlegen. Auch dieses Jahr ist der Sponsor wieder IBM. Vertreter des Veranstalters, nämlich der Association for Computing Machinery (ACM), heißen die Teams willkommen. Wir bekommen Namensschildchen und T-Shirts, die wir während des Wettbewerbs tragen müssen.

08.03.2001

Beim TechTrek stellt IBM aktuelle Forschunsprojekte vor. Es gibt einige Vorträge, viele Präsentationen und IBM hat sehr viele Mitarbeiter, mit denen man sich unterhalten kann, nach Vancouver gebracht. Für die Teilnehmer ist IBM ein potentieller Arbeitgeber - für IBM sind die Teilnehmer potentielle Arbeitnehmer.

Interessant ist die Vorführung der neuesten (fast perfekten) Spracherkennungstechnologie und der Vortrag zum Thema Pervasive Computing, bei dem es um intelligente Systeme geht, die den Menschen im Alltag unterstützen sollen. Im Moment ungeklärt bleibt allerdings, wie man mit den riesigen Datenmengen umgehen kann.

Am Abend erfahren wir im Pacific Space Centre eine einzigartige Laser-Show mit Musik von Pink Floyd - nichts für schwache Nerven.

09.03.2001

Beim Business-Meeting von Upsilon-Pi-Epsilon (UPE), einer amerikanischen Ehrengesellschaft für Informatik, die den Programmierwettbewerb sein Anbeginn unterstützt, trifft man erfahrene Informatiker.

Danach beginnt die Eröffnungszeremonie, bei der die Teams in den Ablauf des Wettbewerbs eingeführt werden. Anschließend geht es zur Practice Session: alle Teams dürfen die Computer, an denen am nächsten Tag der Wettbewerb stattfinden wird, ausprobieren. Die Entwicklungsumgebung wird begutachtet und kritisch getestet. Fragen, die das System betreffen müssen jetzt gestellt werden, sonst bleiben sie möglicherweise unbeantwortet. Fast alles scheint zu funktionieren.

Beim VisualAge for Java Challenge geht es um die Erstellung graphischer Benutzeroberflächen für Programme. Nicht nur die Funktionalität zählt, sondern sie sollten auch gut aussehen und bedienbar sein. Nur ein Bruchteil der Teams nimmt Teil und es gibt insgesamt nur 16 korrekte Einsendungen. Obwohl wir nicht mit der Entwicklungsumgebung vertraut sind, gelingt es uns, ein Meets the Minimal Functional Requirements zu erzielen - ein Erfolg! Das Team der Universität Warschau gewinnt. IBM's Java Werkzeuge scheinen sich zumindest unter den anwesenden Programmierern nicht durchzusetzen.

10.03.2001

25. ACM Programmierweltmeisterschaft. Diesmal 64 Teams, 9 Aufgaben, 5 Stunden Zeit. Nach einem rasanten Anfang, bei dem wir sogar zeitweise an ersten Stelle liegen, schaffen wir es insgesamt fünf Probleme zu lösen - dafür diese in einer Rekordzeit. Manche Teams haben auch sechs lösen können.

Drei Stunden später folgt die Siegerehrung. Tatsächlich hat kein Team 7 Aufgaben bewältigt. Das Team der St.Petersburg State University ist mit 6 gelösten Aufgaben Weltmeister. Das Team der Universität Ulm belegt den 5. Platz - wir sind wieder unter den Top Ten! Die Rangliste:

RangTeamAufgabenAkkumulierte Zeit [min]
1St.Petersburg State University6728
2Virginia Tech6850
3St.Petersburg Institute of Fine Mechanics and Optics6935
4University of Waterloo6963
5University of Ulm5490
6Warsaw University5586
7Massachusetts Institute of Technology5613
8Seoul National University5632
9Sharif University of Technology5780
10Harvard University5795

Weitere 54 Universitäten folgen - darunter CalTech, Stanford und UCSD. Auch MIT und Harvard liegen - wie bereits letztes Jahr - hinter Ulm.

Die abschließende Feier war dieses Jahr leider nicht so gelungen, wie letztes Jahr. Vielleicht wird es nächstes Jahr besser: Austragunsort ist dann Honolulu auf Hawaii. Natürlich müssen wir uns erst einmal qualifizieren.

11.03.2001

Schade, die Weltmeisterschaft ist schon vorbei. Die 10 bestplazierten Teams erhalten ihre Preise - auch diesmal sind wir dabei.